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Hier erhalte ich mehr Hilfe als zu Hause!
Es ist kein alltäglicher Anblick, wenn ein großer Reisebus in einer Marina vorfährt. Als sich der Gepäckraum öffnete und mehrere Rollstühle sowie andere Gehhilfen zum Vorschein kamen, dürften sich manche unbeteiligten Beobachter gefragt haben, ob sich der Busfahrer vielleicht verfahren hatte. Rollstühle und Segelboote – passt das überhaupt zusammen? Doch, denn wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg. Mit viel Engagement, Empathie und Kreativität ermöglicht Special Sailing Menschen mit unterschiedlichsten Einschränkungen ein unvergessliches Segelerlebnis.
Wie bereits im Vorjahr gingen ein Katamaran und zwei Einrumpf-Segelschiffe mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit Multipler Sklerose auf große Fahrt. Trotz teilweise erheblicher körperlicher Einschränkungen genossen die Crews die gemeinsame Zeit auf See in vollen Zügen. Bei besten Wetter- und Segelbedingungen wurde gesegelt, gebadet, mit dem Schlauchboot gefahren und Biograd erkundet.
Erstmals nahm auch ein Schiff aus Tirol an diesem Törn teil. Die Crewmitglieder leben nicht mit körperlichen Einschränkungen, sondern mit geistigen Beeinträchtigungen. Die gemeinsame Reise bot zahlreiche Möglichkeiten für Begegnungen und gegenseitigen Austausch. Schnell entstanden Kontakte und Freundschaften zwischen den verschiedenen Gruppen. Die besondere Mischung aus unterschiedlichen Lebenswelten bereicherte das Miteinander und machte die Reise für alle Beteiligten zu einem wertvollen Erlebnis. Eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit ist bereits geplant.
Auch wenn der Bordalltag unter den beengten Verhältnissen mitunter herausfordernd war, überwogen Freude, Zufriedenheit und Begeisterung. Überall waren lachende oder zufriedene Gesichter zu sehen. Vor allem jene Personen, die zum ersten Mal auf einem Segelschiff unterwegs waren und sich nur schwer vorstellen konnten, was sie erwarten würde, zeigten sich beeindruckt von den Erlebnissen an Bord. Viele waren froh, den Schritt gewagt und sich für die Reise angemeldet zu haben.
Besonders eindrucksvoll brachte eine Teilnehmerin ihre Erfahrungen auf den Punkt: „Hier erhalte ich mehr Hilfe als zu Hause. Auch wenn ich dreimal am Tag meinen Rollstuhl aufgebaut brauchte, war dies kein Thema. Daheim jammern sie schon, wenn der Rollstuhl einmal bewegt werden muss!“
Als der Reisebus die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Woche später wieder abholte, bestand kein Zweifel mehr daran, dass Rollstühle und Segelboote sehr wohl zusammenpassen. Die Reise hatte eindrucksvoll gezeigt, dass körperliche oder geistige Einschränkungen kein unüberwindbares Hindernis für Abenteuer, Gemeinschaft und unvergessliche Erlebnisse auf dem Wasser darstellen.
Kommentare
Kommentar von Birgit Sachers |
Sehr beeindruckend. Was mich fasziniert ist der Zusammenhalt und die immer fröhlichen Gesichter.
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