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„Ich wurde gezwungen mitzufahren …“
Die Teilnahme an der mirno more Friedensflotte ist ein ganz besonderes Erlebnis. Gemeinsam ein Zeichen für Frieden und Verständigung zu setzen, macht die Fahrt einzigartig – und dabei jagt ein Höhepunkt den nächsten.
„Ich wurde gezwungen mitzufahren …“ – mit diesen Worten machte Jella aus Hamburg schon vor Beginn der Reise deutlich, was sie von ihrer Teilnahme an der mirno more Friedensflotte hielt. Dass sich diese Einstellung schnell ändern sollte, konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand ahnen.
Die Teilnahme an der mirno more Friedensflotte ist jedes Jahr ein besonderes Erlebnis. Rund 100 Schiffe mit etwa 1.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus mehr als 20 Ländern gehen gemeinsam auf das Wasser und setzen ein Zeichen für Frieden und Verständigung. Dazu kommen zahlreiche Begegnungen und Veranstaltungen: das Willkommensfest in der Marina Frapa, ein Strandpicknick, verschiedene Aktivitäten wie Speedbootfahren und Landleinenwerfen sowie das Friedensfest in der Marina Kastella. Ein besonderer Höhepunkt ist die gemeinsame Friedensflottenfahrt. Wenn schließlich rund 100 Vorsegel gleichzeitig gehisst werden, ist das ein beeindruckender Anblick – und sorgt auch bei erfahrenen Seglerinnen und Seglern für Gänsehaut.
Auch Special Sailing war wieder mit drei Katamaranen dabei: dem Special Sailing Projekt Freising, der Diakonie Tirol und dem Open Ship. Das Open Ship ermöglicht Menschen die Teilnahme, die keiner Einrichtung oder Organisation angehören. Wer die Voraussetzungen erfüllt und Lust auf das Abenteuer hat, ist herzlich willkommen. In diesem Jahr waren unter anderem zwei Rollstuhlfahrerinnen, je ein Teilnehmer aus Tirol und Ingolstadt sowie Jella mit ihrer Mutter an Bord.
Jella hatte zunächst ganz andere Pläne. Doch manchmal braucht es gar nicht lange, bis aus Skepsis Begeisterung wird. Schon nach den ersten Tagen war die anfängliche Zurückhaltung deutlich weniger geworden. Spätestens bei einer rasanten Fahrt mit dem Beiboot durch die Karibbucht war von „gezwungen“ keine Rede mehr. Jella genoss die Zeit auf dem Wasser sichtlich und wurde von Tag zu Tag begeisterter. Wer weiß – vielleicht möchte sie im nächsten Jahr ja freiwillig wieder „gezwungen werden“.
Auch für die beiden Rollstuhlfahrerinnen war die Reise eine besondere Erfahrung. Die ersten Tage dienten zunächst dazu, sich an das Leben an Bord und die Bewegungen des Schiffes zu gewöhnen. Mit der bewährten Abseiltechnik von Special Sailing konnten beide schließlich problemlos ins warme Meer gelangen. Auf der großen Badeinsel wurde gemeinsam gebadet, gelacht und die Zeit auf dem Wasser genossen. Mittendrin statt nur dabei – genau das macht die Special-Sailing-Törns aus.
Bei herrlichem Wetter und moderaten Winden konnten die Crews Genua, Gennaker, Spinnaker und Großsegel setzen und die ruhige See genießen. Mehrere Badestopps sorgten für Abwechslung auf den jeweiligen Routen. Es wurde geschwommen, mit dem SUP gefahren und natürlich durfte auch das Beiboot immer wieder zum Einsatz kommen.
Ein weiterer fester Bestandteil jedes Special-Sailing-Törns ist das Käptn’s-Dinner. Dabei kommen die Crews aller drei Katamarane zusammen, um gemeinsam zu essen und den Abend miteinander zu verbringen. Viele einzelne Erlebnisse machen eine solche Reise aus: der erste Sprung ins Meer, eine rasante Beibootfahrt, gemeinsam gesetzte Segel, ein Abendessen mit allen Crews oder einfach der Moment, in einer Bucht vor Anker zu liegen und die gemeinsame Zeit zu genießen.
Die mirno more Friedensflotte war auch in diesem Jahr eine Reise voller Begegnungen, gemeinsamer Erlebnisse und besonderer Momente. Für die Crews von Special Sailing bedeutete sie vor allem eines: gemeinsam unterwegs zu sein und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, das Meer aktiv zu erleben.
Und Jellas anfänglicher Satz „Ich wurde gezwungen mitzufahren …“ bekam im Laufe der Reise eine ganz neue Bedeutung. Vielleicht war es ja tatsächlich ein Zwang – aber einer, der offensichtlich ziemlich viel Spaß gemacht hat.
Kommentare
Kommentar von Maui |
Man sieht richtig dass es euch Spaß gemacht hat. Weiter so!
Kommentar von HaJot |
Fröhliche Crews und schöne Eindrücke.
Es ist immer wieder toll, solche Berichte zu lesen.
Vielen Dank lieber Heinz
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